Schröpfen

Schröpfen ist eines der ältesten apparativen Therapieverfahren und in vielen Kulturen weit verbreitet. Die Vorstellungen darüber, welche Wirkung Schröpfen hat, unterscheiden sich sehr von einander. Sie reichen von der Idee, ein gestörtes Gleichgewicht der Körperflüssigkeiten wiederherzustellen, schädliche oder krankmachende Stoffe aus dem Körper zu leiten, bis hin zu der Vorstellung, mit Schröpfen die Lebensenergie „Qi“ zu harmonisieren.

Die gängigste Erklärung für die Wirksamkeit des Schröpfens ist eine langfristig verbesserte Durchblutung bestimmter Körperstellen.

 

Schröpfen wird mit Hilfe von Schröpfgläsern aus Glas oder Plastik durchgeführt, haben meistens eine kugelige Form mit einem Durchmesser von etwa zwei bis acht Zentimetern. Mittels Pistole oder Feuer erzeugt man darin einen Unterdruck und die Haut wird in das aufgesetzte Glas gesaugt.

 

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Techniken

 

Unblutiges, trockenes Schröpfen

Durch Unterdruck wird die Haut in das Schröpfglas gesaugt. Dadurch wird das Gewebe stärker durchblutet und es treten rote Blutzellen aus. So bilden sich durch das Schröpfen blaue Flecken, Rötungen und Schwellungen. Zudem überwärmt sich die Haut an der Schröpfstelle.

 

Blutiges Schröpfen

Beim blutigen Schröpfen desinfiziert der Therapeut zunächst die Haut. Anschließend ritzt er sie mit einer dünnen Nade an. Nach dem Aufsetzen der Schröpfgefäße tritt Blut aus, das in den Schröpfgefäßen aufgefangen wird. Dadurch sollen sich die Fließeigenschaften von Blut und Lymphe verbessern.

 

Schröpfkopfmassage

Die Schröpfkopfmassage stellt eine Variante des unblutigen Schröpfens dar. Der Behandler bewegt dabei die Schröpfgläser über eingeölte oder eingecremte Hautpartien hin und her. So soll der Effekt einer Schröpfbehandlung mit den Wirkungen einer Bindegewebsmassage kombiniert und verstärkt werden.

Durch die Schröpfkopfmassage entstehen blaurote, streifige Hautverfärbungen. Da die Schröpfkopfmassage schmerzhaft ist, dauert die Behandlung meist nur wenige Minuten lang.

Indikation

  • Muskelverspannungen
  • Kniegelenksarthrose
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Tennisellenbogen
  • Hexenschuss
  • Kopfschmerzen
  • Nervenschmerzen
  • Verdauungsstörungen
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Bluthochdruck
  • depressive Verstimmungen
  • Antriebslosigkeit
  • Leber- und Gallenleiden
  • Asthma